Vor Museums-Entscheidung: Metropole Ruhr fühlt sich als Gewinner
In einem von den Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeistern sowie den Landräten der Region Ruhr an DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger adressierten Brief heißt es dazu unter anderem: "Mit Freude und Stolz haben wir die Grundsatzentscheidung des DFB aufgenommen, das Deutsche Fußball-Museum in die Metropole Ruhr zu vergeben. Für uns gilt: Der Fußball kommt nach Hause. Wir begrüßen das Fußball-Museum in der Metropole Ruhr. Darin sehen wir auch ein Ergebnis des erfolgreichen Strukturwandels in unserer Region. Die Städte und Kreise verfügen heute über das dichteste Kultur- und Freizeitangebot in Deutschland. Das Finale wird nun ein klassisches Derby. Die Rivalitäten zwischen Vereinen und Fans gehören beim Fußball dazu. Die Beliebtheit des Fußballs beruht auch auf den stets wiederkehrenden Duellen, den vielen Erlebnissen und Geschichten. Aber große Siege und schmerzliche Niederlagen trennen nicht nur, sondern verbinden auch in gemeinsamer Erinnerung und Leidenschaft." Zu den 15 Unterzeichnern gehören beispielsweise die Oberbürgermeisterinnen Dagmar Mühlenfeld (Mülheim an der Ruhr) und Dr. Ottilie Scholz (Bochum) sowie die Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer (Dortmund), Frank Baranowski (Gelsenkirchen) und Dr. Wolfgang Reiniger (Essen).
In seiner Funktion als Vorsitzender der Geschäftsführung der Initiative "Ruhr 2010" äußert sich auch der ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen positiv zu den DFB-Plänen zum Fußball-Museum: "Es fügt sich wunderbar, dass Fußball und Kultur nun so deutlich sichtbar und nachhaltig in der künftigen Kulturhauptstadt Europas, der Metropole Ruhr, zusammengebracht werden. Ich sehe darin einen starken Beitrag des DFB."
Bereits im Zusammenhang mit dem 100-jährigen Bestehen des DFB im Jahr 2000 und der aus diesem Anlass initiierten Ausstellung im Gasometer in Oberhausen, die in einem Zeitrahmen von fünf Monaten immerhin etwa 220.000 Besucher anlockte und sich als großer Erfolg herausstellte, wurde im DFB über ein Nationales Fußball-Museum diskutiert. Mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 war dann für den DFB der passende Zeitpunkt gekommen, um diesem Gedanken näher zu treten. Das hervorragende wirtschaftliche Ergebnis dieses Turniers und auch der Wunsch, die Erinnerung an dieses sportlich einmalige Ereignis in attraktiver Form darzustellen, gaben letztlich den Ausschlag. Der aktuelle Projekt-Zeitplan sieht nun vor, dass mit dem Bau des Museums Ende 2010 begonnen werden soll. Die Eröffnung ist für Frühjahr/Sommer 2012 terminiert.
Nach dem Grundsatzbeschluss des DFB-Präsidiums hatten 14 Städte ihre Bewerbung abgegeben. Im weiteren Auswahlverfahren wurde festgelegt, dass das Museum in Nordrhein-Westfalen entstehen sollte, um damit, wie DFB-Schatzmeister und Projektleiter Horst R. Schmidt betont, "Respekt und Anerkennung für die außergewöhnliche Stellung dieses Bundeslandes und seiner Vereine in der deutschen Fußball-Szene zum Ausdruck zu bringen".
In den Planungen für das Nationale Fußball-Museum ist vorgesehen, dass die wesentlichen Elemente der Ausstellung neben einer geschichtlichen Aufbereitung des Fußballs in Deutschland die Entwicklung von Themenschwerpunkten sein soll, die die Vielfalt und die gesamte Reichweite des Fußballs darstellen. Ob den spannenden Alltag in den Ligen, große und unvergessene Spiele der Nationalmannschaften, internationale Turniere, die Geschichte der Stadien oder Technik und Taktik des Fußballspiels - viele attraktive Angebote sollen die Besucher anlocken. Dazu gehört auch, dass interessante Pokale und Bilder zu bestaunen sein werden und die Besucher selbst aktiv werden können, da die moderne Elektronik fast alle Möglichkeiten bietet, um insbesondere Jugendliche die Faszination des Fußballs in unterhaltsamer Weise erleben zu lassen.
Horst R. Schmidt erläutert dazu: "Wir folgen dem bewährten Museums-Grundsatz "Sammeln und Bewahren" und wollen dafür sorgen, dass sich gleichermaßen alte wie junge Gäste in unserem Fußball-Museum der Anziehungskraft der Gegenstände wie den großen Pokalen, den Schuhen und Trikots der Fußball-Helden, dem Endspielball der Fußball-Weltmeisterschaft 1954, Herbergers Notizbuch, den Bildern von ereignisreichen Höhepunkten des Fußballs, wie sie Millionen von Fans präsent sind, nicht entziehen können. Dieses Museum darf keineswegs eine Stätte der Stille und Besinnlichkeit werden, sondern soll eine Attraktion werden, die am aktiven Geschehen des Fußballs in all seinen Facetten teilnimmt und Ort wichtiger Begegnungen und Veranstaltungen im Rahmen von Sonderausstellungen beziehungsweise von Diskussionen bis hin zu TV-Sendungen wird."
Das finanzielle Gesamtvolumen des Projekts, das in enger Zusammenarbeit mit der DFL Deutsche Fußball Liga GmbH errichtet wird, beträgt rund 30 Millionen Euro. Zu den Baukosten trägt das Land Nordrhein-Westfalen 18,5 Millionen Euro bei. Den Rest steuert der DFB im Wesentlichen aus Geldern der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 bei, die insbesondere zur Gestaltung der Ausstellung verwendet werden sollen. Die FIFA hat zu Gunsten dieses Zwecks auf das vereinbarte Profit-Sharing für den Teil der verbliebenen Einnahmen verzichtet. Die Städte Dortmund und Gelsenkirchen haben sich bereit erklärt, das Grundstück kostenfrei zur Verfügung zu stellen.
Darüber hinaus haben beide Städte Wirtschaftspläne vorgelegt, die, wie DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach erklärt, "mit der schwarzen Null und der Hoffnung auf Plus-Zahlen enden, weil das Museum ja nicht nur durch die Attraktivität des Premieren-Jahres wirkt, sondern sich auch im zweiten, siebten und 14. Jahr tragen muss. Darüber hinaus macht Niersbach deutlich: " Es handelt sich um ein Millionenprojekt, eines für Jahrzehnte. Wir glauben, dass wir gemeinsam mit Land und Stadt Großes erreichen können. Wenn dieses Museum so umgesetzt wird, wie es jetzt auf dem Papier zu erkennen ist, wird es ein einzigartiges Projekt sein, ein Projekt, wie es das nirgendwo gibt." Und DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger ergänzt: "Dortmund und Gelsenkirchen als fußball-begeisterte Metropolen mit ihren traditionsreichen Bundesligavereinen bieten hervorragende Voraussetzungen für das Nationale Fußball-Museum. Egal, wie die Entscheidung ausfällt, am Ende wird das Ruhrgebiet der große Gewinner sein."
Quelle: Pressemeldung Deutscher Fußball-Bund e.V. (DFB)
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