Szenische Räume statt Flachware
Wie kann man Literatur anregend, erlebnisreich und spannend ausstellen? Das ist gar nicht so einfach, denn Literatur ist nun einmal nicht fürs Museum bestimmt. Wie also könnte dann beispielsweise die Burg Hülshoff, das Geburtshaus der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, zum Literaturort werden, der internationales Publikum anzieht? Die Literaturkommission für Westfalen beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat sich in Zusammenarbeit mit dem Master-Studiengang "Bühnenbild_Szenischer Raum" der TU Berlin mit dieser Frage auseinandergesetzt und Modelle von szenischen Raumbildern entworfen. Der LWL präsentiert die zehn Modelle in der Ausstellung "Zimmer frei... 10 Modelle für ein Droste-Museum" in der Zeit vom 14. bis 20. April in der Bürgerhalle des LWL-Landeshauses am Freiherr-vom-Stein-Platz in Münster.
"Literatur lässt sich nur schwer in einer Vitrine darstellen. Aber sie lässt sich übertragen und gestalten in szenischen Raumbildern, die wiederum Betrachter und Besucher inspirieren und hineinholen in eine sinnlich erfahrbar und begehbar gemachte Literatur", so die LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale. Das zeige die innovative Präsentation, die entwickelt wurde für die Weltautorin aus dem Münsterland, so Rüschoff-Thale weiter.
Die zehn Modelle und Entwürfe zeigen Ausstellungspavillons, die unter verschiedenen thematischen Gesichtspunkten das Leben und das Schreiben der Droste fokussieren. Ergänzt werden die von fünf Studentinnen entworfenen und eigens gebauten Modelle durch je ein großformatiges Projektbuch, das die Museumsideen in Bild und Text vorstellt. "Hier werden neue Ausstellungshorizonte aufgerissen. Die früher klassische Präsentationskiste des Museums, die Vitrine, kommt nur noch ganz begrenzt und gezielt zum Einsatz", so Prof. Dr. Walter Gödden, Geschäftsführer der LWL-Literaturkommission.
Hintergrund der Ausstellung ist eine Zukunftsvision für die Neunutzung der Burg Hülshoff, dem Geburtshaus der Dichterin in Havixbeck direkt vor den Toren Münsters. Hier könnte ein kultureller Ort, ein Literaturort entstehen, der Strahlkraft weit über das Land hinaus entfaltet. "Dass im Zentrum die literarische Ikone der Region stehen muss, ist nicht nur aus der Sicht der Lokalpatrioten eine Selbstverständlichkeit", so Dr. Jochen Grywatsch von der LWL-Literaturkommission.
Die Ausstellung deutet an, was in den Gebäuden und im Park der Burg Hülshoff das Publikum anlocken könnte. "Entstanden sind neue szenographische Kompositionen, die sich durch ein harmonisches Zusammenspiel von Form und Inhalt und der Gestaltungselemente Raum, Graphik, Licht und Medien auszeichnen. Inhalte werden spannend umgesetzt, es entstehen atmosphärische Raumbilder, die einer Dramaturgie folgen und die Besucher entlang eines roten Fadens in eine Geschichte führen.
Eine anregende Schau, die zeigt, was möglich wäre und in welche Richtung Ausstellungsplanungen heute gehen", erklärt Charlotte Tamschick, Dozentin der TU Berlin.
Kooperationspartner:
Master-Studiengang "Bühnenbild_Szenischer Raum" der Technischen Uni-versität Berlin; Leitende Dozentin: Charlotte Tamschick, Studierende: Franziska Fuchs, Caecilia Gernand, Janna Schaar, Katharina Karaoglani, Dorothea Ronneburg
Quelle: Pressemeldung Landschaftsverband Westfalen-Lippe
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