Swiss Life präsentiert Leo-Erb-Retrospektive im Münchner Palais Leopold
Damit würdigt der Lebensversicherer das Schaffen eines Künstlers, der wie kein anderer stringent einem gestalterischen Programm gefolgt ist: Mit unerschöpflicher Fantasie entwickelt Erb seit den 1940er Jahren aus zwei Grundkonstanten - der Farbe Weiß und der Linie - faszinierende Bilder und Objekte. Die Ausstellung ist ab dem 24. April 2008 bis Ende Juli 2008 jeden Mittwoch von 16:30 bis 19:00 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung für die Öffentlichkeit zugänglich. Der Eintritt ist frei.
"Mein Anliegen bei all meinen Arbeiten ist das Meditative. Es ist das Sichtbarmachen der Stille. Die Ich-Findung kann meines Erachtens nur in dem anonymen Raum, das heißt ästhetischen Raum, im weißen Raum stattfinden, in dem nicht das Geringste tönt [...]. Diese Ich-Findung kann nur in der absoluten Stille vor sich gehen", so Leo Erb über seine Werke. Mit seinen Arbeiten schuf der 1923 in St. Ingbert an der Saar geborene Künstler Räume der Meditation und Zonen der Ruhe.
Als chronologischer Beginn der Bildidee Leo Erbs gelten die Kartonschnitte der 1940er Jahre. Die Schnitte und Linien im Karton sind mit dem Skalpell freihändig geführt und schwingen in Bögen kreuz und quer. Dabei werfen sie Ränder, an denen Licht und Schatten entstehen. In seinen Tuschezeichnungen der 1950er Jahre beschäftigt sich Erb mit weiteren Darstellungsmöglichkeiten der Linie. In diesen Arbeiten sind die Linienverläufe in kraftvoller Geste mit schwarzer Tusche auf das Papier aufgetragen.
Während in seinen Tuschezeichnungen die Linien "gemalte" Kompositionsbestandteile sind, werden sie in den Arbeiten seit Beginn der 1960er Jahre mit der Bildfläche identisch. Die Elemente sind nicht mehr auf einen Bildgrund aufgetragen, sondern sind Bildgrund und Bildfläche zugleich - zum Beispiel durch Prägung. Dadurch wird das Licht als Linien erzeugendes Medium zum wichtigsten Faktor seiner Kompositionen.
In den 1970er Jahren entstehen nach kinetischen Skulpturen die ersten Linienplastiken. Die ursprüngliche zweidimensionale Linie überführt Erb in die Räumlichkeit. Ab den 1980er Jahren erfahren die bislang genannten Merkmale eine künstlerische Verdichtung und lassen aufgrund der enormen Vielfalt an Materialien die Experimentierfreudigkeit des Künstlers erahnen: Es entstehen Linienbilder aus handgeschöpftem Bütten oder in Karton geschnitten, aus Holz und gerissenem Bütten kombinierte Bilder, Linienbilder aus Wolle, Vlies, Watte und sogar aus ausgeblasenen Eiern. Auch Linienreliefs und -plastiken von mitunter monumentalen Ausmaßen werden geschaffen.
In der kultur- und kunstgeschichtlichen Tradition gilt Weiß als absolute Farbe und steht gemeinsam mit dem Licht als Symbol für das Gute und die Hoffnung. Auch in Leo Erbs Schaffen hat sie diesen Stellenwert: "Der Farbe Weiß kommt wie keiner anderen Farbe ein exzellenter erzieherischer Wert zu. Keine andere Farbe hat diese ästhetische Qualität." Die Farbe Weiß und die Linie sind zum Markenzeichen des Künstlers geworden.
Die Ausstellung "Bei Weiß muss man Farbe bekennen" ist bis Ende Juli 2008 jeweils mittwochs von 16:30 Uhr bis 19:00 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung (Kontakt: Elke Weißner, Telefon 089/38109 - 1352) im Palais Leopold, Leopoldstraße 8 - 10, in München für Besucher geöffnet. Am Mittwoch, den 23. April 2008, 18:00 Uhr, spricht Herr Prof. Dr. Manfred Schneckenburger, ehemaliger Rektor der Kunstakademie Münster und Leiter der Documenta VI und VIII, zur Vernissage.
Quelle: Pressemeldung Swiss Life
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