»Schichtungen – ein künstlerischer Dialog«
In den 1950er und 60er Jahren gelangten beide Künstler selbstständig und ohne Kenntnis voneinander – durch die ideologische Grenze in Deutschland getrennt – zu einem analogen und in der Struktur ähnlichen schöpferischen Prinzip – dem der Schichtung.
Mit diesem Ausstellungsprojekt, das unter der Schirmherrschaft des Rektors der TU Dresden Prof. Hermann Kokenge steht, wird der Künstler Karl-Heinz Adler geehrt, der von 1955 – 1961 als Assistent an der Professur für Bauplastik und Aktzeichnen der Abteilung Architektur der damaligen TH Dresden lehrte. In bauplastischen Übungen entwickelte er mit Studenten aus einem Baukasten geometrischer Grundformen, Materialien und Farben vielfältige Gestaltungslösungen. Gleichzeitig wurden Forschungsleistungen erbracht, wie die Entwicklung der Silikatkeramik (zusammen mit Harry Schulze) und variable baukünstlerische Systeme für den Wohnungsbau. Nach 1961 entstanden gemeinsam mit dem Künstler Friedrich Kracht das Betonformsteinsystem und weitere Entwicklungen, die heute sowohl kunstgeschichtlich als auch wissenschaftlich-technisch gewürdigt werden.
1957 schuf der Künstler mit konstruktiv-gestalthaften Collagegruppen seine ersten, dem Schichtungsprinzip folgenden Kunstwerke, denen sich dynamische Raumdarstellungen durch Serielle Lineaturen, Material- und Farbschichtungen anschlossen. Mit seinen späteren großen Bild-Tafeln und den darin enthaltenen räumlichen Illusionen durchstieß der Künstler die in der Konkreten Kunst tabuisierte Fläche. Das Werk von Thomas Lenk ist gerade wegen seines Technikbezuges signifikant.
„Stapeln und Schichten hat viel mit Industrie und Großhandel zu tun, ich benutze deshalb ganz bewusst deren Normen und Angebote. Platten und Bleche sind das Ergebnis industriell-maschineller Fertigung. Und auch die Fertigung künstlerischer Objekte daraus hat technischen Charakter. Der technische Charakter und seine insgeheime Poesie sind der künstlerische Antipode zur überkommenen „humanen“ Welt des Bronzegusses“ (Thomas Lenk). Heute befinden sich die nach dem Prinzip der Schichtung entstandenen Werke von Thomas Lenk an repräsentativen Plätzen im öffentlichen Raum und – wie ebenfalls die Werke von Karl-Heinz Adler – in vielen bedeutenden Museen und Sammlungen.
Zur Vernissage der Ausstellung am 24. Oktober, 19 Uhr werden beide Künstler anwesend sein. Den Festvortrag hält die Kunsthistorikerin und Kunstkritikerin Frau Prof.Dr. Bozena Kowalska aus Warschau. Ihr ist es zu verdanken, dass sich Karl-Heinz Adler und Thomas Lenk und andere konstruktiv-konkret wirkende Künstler aus Ost- und Westeuropa auf den von ihr initiierten Symposien und Pleinairs in Okuninka/Ostpolen begegnen konnten.
Weiterhin wird Prof. Eugen Gomringer, Institut für Konkrete Kunst und Konkrete Poesie – Kunsthaus Rehau erwartet, der beiden Künstlern ebenfalls freundschaftlich verbunden ist.
Zur Ausstellung spricht als Kuratorin Reinhild Tetzlaff.
Eine „Hommage á Steve Reich – für Karl-Heinz Adler und Thomas Lenk“ gestalten szenisch-musikalisch Katja Erfurth (Tanz), Adriana Mladenova (Klavier) und Florian Mayer (Violine).
Pressekonferenz am 23. Oktober 2008, 10Uhr
Vernissage am 24. Oktober 2008, 19 Uhr
(die Ausstellung ist bis zum 28. Februar 2009 geöffnet)
Kunstsymposium am 25. Oktober 2008, 11 – 22 Uhr
Quelle: Pressemeldung Technische Universität Dresden
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