Kämpferin für Freiheit und Frauenrechte: Mathilde Franziska Anneke

20.09.2010 | Münster
LWL-Industriemuseum widmet Mathilde Franziska Anneke einen Abend

Eine Frau aus dem Ruhrgebiet kämpfte im badisch-pfälzischen Feldzug für eine freiheitliche deutsche Verfassung, in Amerika für Frauenrechte und gegen die Sklaverei. Mathilde Franziska Anneke wird bis heute in Deutschland und den USA geehrt. Wer war diese außergewöhnliche Frau, deren Einsatz für Menschenrechte Maßstäbe gesetzt hat? Am Donnerstag, 23. September, widmet der Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) in Witten der Westfälin und ihrer "Hercules-Tat" einen ganzen Abend. Im LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall liest Kuratorin Ingrid Telsemeyer ab 18 Uhr aus Briefen und Erinnerungen Annekes an den badisch-pfälzischen Feldzug im Jahr 1849 und führt durch die Ausstellungsabteilung, die Mathilde Franzsika Anneke in er aktuellen Schau "Hercules - Vom Olymp ins Ruhrtal" (bis 14.11.) gewidmet ist. Der Eintritt ist frei.

Hintergrund

Mathilde Franziska Anneke, eine der bedeutendsten Frauen der deutschen Geschichte, stammt aus dem heutigen Sprockhövel. Hier und im benachbarten Blankenstein und Hattingen wuchs sie als Älteste von elf Geschwistern auf. Sie genoss in ihrem gutbürgerlichen Elternhaus eine gute Ausbildung und liberale Erziehung. Als Journalistin setzte sie sich für die Revolutionsziele von 1848/49 ein, schließlich, als berittene Ordonnanzoffizierin ihres Mannes, auch militärisch. Das Leben von Mathilde Franziska Anneke war geprägt von ihrem aktiven Einsatz für Frauenrechte, Demokratie, und gegen die Sklaverei. Zunächst in Deutschland, später im europäischen und amerikanischen Exil. Überall hat sie mit anderen die Welt verändert.

Die Ausstellungsabteilung der Sonderausstellung "Hercules - Vom Olymp ins Ruhrtal" stellt Mathilde Franziska Anneke als regionale "Heldin" vor. Besonders ihre Teilnahme an der deutschen Revolution im Jahr 1848/49 steht im Mittelpunkt. Ausstellungsstücke wie ein Zündnadelgewehr und Mörserkugeln, die das preußische Militär gegen die Revolutionäre einsetzte, machen das Thema anschaulich. Sie sind erstmals im Ruhrgebiet zu sehen.

In entspannter Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen wird die Kuratorin der Ausstellungsabteilung vor allem aus Briefen und den einzigartigen Erinnerungen Annekes lesen. In den "Memoiren einer Frau aus dem badisch-pfälzischen Feldzuge" schildert sie anschaulich ihre Erfahrungen. Sie beschreibt mit viel Talent die Motive, Kampfhandlungen und die Menschen, die ihr begegnen. Dabei verschweigt Anneke aber auch Probleme und Missstände im Revolutionsheer nicht.

Seit Ende der 1980er Jahre wird Mathilde Franziska Anneke auch hierzulande vielfach gewürdigt. "Ihre außergewöhnliche Persönlichkeit macht sie zur idealen Botschafterin für das Kulturhauptstadtjahr und über alle Grenzen hinweg. Bis heute faszinieren der Mut dieser Frau und ihre Beharrlichkeit im Einsatz für Menschenrechte, Frauenrechte und Demokratie. Sie vertritt damit zentrale Werte, die bis heute den aktiven Einsatz der Menschen brauchen", so Ingrid Telsemeyer

Quelle: Pressemeldung Landschaftsverband Westfalen-Lippe

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