Geschenke der Amerikaner
Das Architekturerbe der alliierten Präsenz in West-Berlin
Die Technische Universität Berlin und die Studentendorf Berlin-Schlachtensee eG zeigen im Amerika-Haus die Fotoausstellung "Geschenke der Amerikaner - Das Architekturerbe der alliierten Präsenz in West-Berlin". Anlass sind neben dem 60. Jahrestag der Berliner Luftbrücke und der Beendigung der Blockade, auch die Jubiläen "60 Jahre FU Berlin" und "50 Jahre Studentendorf Schlachtensee". Initiiert wurde die Ausstellung von der Architekturfotografin Mila Hacke, die auch das Projekt leitet.
Die Fotoausstellung zeigt die zahlreichen von den US-Amerikanern gestifteten Kulturbauten in Berlin. Sie hatten damit ihre Verbundenheit mit Berlin "als Schaufenster des Westens" manifestiert sowie wichtige Funktionen ihrer Verwaltung in ihrem Sektor untergebracht. Die vielen von der amerikanischen Besatzungsmacht, US-Stiftungen, aber auch von Privatpersonen finanzierten Gebäude hatten für die Berliner und die noch junge Demokratie im Kalten Krieg eine hohe Symbolkraft. Diese Bauten der 1950er-Jahre sind durch denkmalgerechte Sanierungen in den letzten Jahren wieder stärker in den öffentlichen Fokus gerückt und werden zunehmend als bedeutende Architekturen und Teil der eigenen Geschichte wahrgenommen.
Wir laden Sie herzlich ein zur
Ausstellung im Amerika Haus vom 9. Mai - 30. Juni 2009
Hardenbergstraße 21-24, 10623 Berlin
sowie zum Presserundgang: 8. Mai 2009, 11 Uhr
Ausstellungseröffnung 18 Uhr
In den Architekturfotografien von Mila Hacke werden Gebäude der Freien Universität, die Amerika-Gedenkbibliothek, die heute vom Haus der Kulturen der Welt genutzte Kongresshalle sowie die von den Amerikanern in Berlin selbst genutzten Einrichtungen wie das RIAS-Rundfunkgebäude oder die Siedlung "American Community" am Hüttenweg mit dem Outpost-Theater und der US-Army-Chapel gezeigt. Für das Projekt recherchiert sie seit 2005 vor Ort und in Archiven. Mit einer Großformatkamera setzte die Architektin die bekannten und weniger bekannten Bauten in Szene, so dass die Strahlkraft aus ihrer Entstehungszeit wieder spürbar wird.
Daneben werden die Schenkungen durch Archivfotos, Luftaufnahmen und Planmaterial zeithistorisch kommentiert. Eine Hörstation mit RIAS-Originaltönen - aus dem Archiv des Deutschlandradios und Filmmaterial des West-Berliner Stadtbildchronisten des Landesarchivs Berlin zusammengestellt - geben dem Besucher zudem einen lebhaften Einblick in das damalige Zeitgeschehen. Für die West-Berliner war damals die alliierte Präsenz wesentlicher Bestandteil des Alltags. Der kulturelle Austausch mit den Westmächten bleibt bis heute durch Volksfeste, Paraden, Kinos, Discos, Radiosender und Kulturangebote und nicht zuletzt für Hunderttausend Berliner als Zivilbeschäftigte der Alliierten in lebhafter Erinnerung - nicht vergessen aber auch die spätere kritische Auseinandersetzung mit der Schutzmacht während der Studentenbewegung, die Demonstrationen gegen den Vietnam-Krieg und später gegen den Ausbau der militärischen Stützpunkte in Deutschland.
Die Ausstellung, die den Auftakt eines Forschungsprojektes bildet, stellt die nachkriegsmodernen Architekturikonen der deutsch-amerikanischen Freundschaft vor und soll dazu anregen, die Hinterlassenschaft der amerikanischen Besatzungsmacht von 1945-94 als wichtiges Architekturerbe zu begreifen. Eine mehrwöchige, öffentliche Vorlesungsreihe der TU Berlin im Amerika Haus begleitet die Ausstellung und wird sich insbesondere der Frage widmen, wie die amerikanische Präsenz das Stadtbild West-Berlins prägte. Neben anderen Sponsoren wird die Veranstaltung von der Gesellschaft von Freunden e. V. der TU Berlin unterstützt.
Die Vortragsreihe findet im Amerika-Haus statt sowie im Architekturgebäude der TU Berlin, Straße des 17. Juni 152, Raum A 053.
Quelle: Pressemeldung Technische Universität Berlin
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