"Closing the Gap" - die Lücke schließen

12.05.2010 | Münster
Ballett-Abend im LWL-Industriemuseum Henrichshütte

"Das Beste, was ich in meinem Leben gemacht habe!" Die Schüler des Werner-Richard-Berufskollegs sind begeistert. Und alle, die "Closing the Gap" gesehen haben, können sie verstehen. Gemeinsam mit dem "balletthagen" haben die jungen Leute trotz oder besser: durch ihre Handicaps eine beeindruckende Tanzperformance entwickelt. Zu sehen ist sie am Mittwoch, 19. Mai, im Hattinger Industriemuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) um 19 Uhr.

"Closing the Gap" ist ein Projekt, das Nichtbehinderte und Menschen mit Behinderungen gemeinsam die Erfahrung Tanz teilen lässt. "Tanz ist die Kunst, die die Seele des Menschen am meisten bewegt", wusste bereits Platon. Die Freude an der Bewegung und der Musik steht im Vordergrund, aber auch die Möglichkeit, mit Hilfe des Tanzes aus dem Alltag auszubrechen und Neues zu wagen. Körperlich gehandicapte Menschen, die zum Teil auf den Rollstuhl angewiesen sind, lernen, die verbliebenen Funktionen ihres Körpers zu trainieren und abseits der üblichen Bewegungsmuster zu agieren. Gemeinsam mit den Tänzern des balletthagen studierten sie eine Choreographie ein, die bereits begeisterte Resonanz fand. Nun gastieren Amateure und Profis in Hattingen.

Das "balletthagen" gab im Juni 2009 den Startschuss für "Closing the Gap". Freude und Spaß an der Bewegung, Vertrauen in den eigenen Körper, neue Formen der Bewegung kennenlernen, Rhythmusgefühl schärfen… Die Liste therapeutischer Wohltaten, die sich mit dem Projekt verbindet, ist lang. Ballettdirektor Ricardo Fernando meint, dass aber nicht nur die "Seelen" Nichtbehinderter bewegt werden sollten. "Hier steht sowohl die Freude an der Bewegung und der Musik im Vordergrund, aber auch die Möglichkeit mit Hilfe des Tanzes, aus dem 'behinderten Alltag" ausbrechen zu können." Die nicht behinderten Tänzer erfuhren, dass "körperliche Andersartigkeit gezielt als ästhetisches Mittel eingesetzt werden kann und so der moderne Tanz mit innovativen Formen bereichert werden kann", so Fernando. "Man muss eine andere Sensitivität für den Körper entwickeln, wenn man mit behinderten Menschen tanzt."

Der Ort

Das LWL-Industriemuseum hat nun die rollenden und tanzenden Künstler für einen Auftritt in Hattingen gewinnen können. Museumsleiter Robert Laube freut sich auf die Tanz-Premiere: "Vor wenigen Tagen spielte erstmals ein Symphonieorchester in unserer wirklich sensationellen alten Gebläsehalle. Tanz mit Füßen und Rollstühlen ist hier wirklich neu." Der LWL hat dieses Event ganz bewusst im Rahmenprogramm der Helden-Ausstellung verankert, denn alle Akteure betreten und befahren Neuland: "Sie alle sind Pioniere, wahre Helden", so Laube. Er betont, dass solches Heldentum optimal zum LWL passt. "Integration ist das Kerngeschäft des LWL. Wo wenn nicht bei uns sollte die Lücke geschlossen werden?"

Karten für "Closing the Gap" gibt es noch im Vorverkauf im LWL-Industriemuseum und an der Abendkasse für 12 Euro (reduziert 6 Euro). Mit dem Ticket haben die Besucher am Tag der Aufführung freien Zugang zur "Helden"-Ausstellung, die an diesem Tag bis 19 Uhr geöffnet ist. Die alte Gebläsehalle ist nicht geheizt, die Besucher sollten das bei der Wahl ihrer Garderobe berücksichtigen.

Helden. Von der Sehnsucht nach dem Besonderen I 12. März bis 31. Oktober 2010

LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen I Werksstraße 31-33 I 45527 Hattingen

Geöffnet: Di - So 10 - 18 Uhr, Fr 10 - 21.30 Uhr

http://www.helden-ausstellung.lwl.org

Tel. 02324 9247-142

E-Mail: helden@lwl.org

Quelle: Pressemeldung Landschaftsverband Westfalen-Lippe

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